Bericht J/70 Battle Überlingen und Deutsche Meisterschaft FN

Bericht J/70 Battle Überlingen und Internationale Deutsche Meisterschaft Friedrichshafen

Zum Ende der J/70-Saison stand vom 04.-07.10. unser Saison-Höhepunkt, die Internationale Deutsche Meisterschaft in Friedrichshafen, an. Hierfür fanden sich Heiko Leubecher, Vera und Bärbel Maag, sowie Patrick Moll als Crew. Das Wochenende davor nutzten wir als Vorbereitung und segelten in dieser Crew-Konstellation das letzte J/70-Battle dieses Jahr in Überlingen beim Bodensee Yachtclub.

Am Samstag erwartete uns in Überlingen hervorragend sonniges Wetter und eine Windvorhersage mit 3-4 Windstärken aus Nordost. Der Wettfahrtleiter kündigte schon bei der Steuermannsbesprechung an, acht Wettfahrten zu segeln, was wir mit Lächeln quittierten. Direkt danach ging es aufs Wasser, wo der Wind langsam zunahm und die angekündigte Stärke erreichte. Wie üblich für die Windrichtung, war es sehr böig und stark drehend, was einen guten Blick und schnelle Reaktion auf die Dreher erforderte. Außerdem natürlich ein kleines Quäntchen Glück, die richtige Seite für die Böen zu treffen. Beides hatten wir allerdings nicht immer, weshalb es für uns bergauf und ab ging. Nach sieben Stunden auf dem Wasser bei tollen, aber anspruchsvollen Bedingungen hatten wir die angekündigten acht Wettfahrten im Kasten und vor allem in den Knochen. Abends wurden unsere Kräfte durch ein hervorragendes Essen beim Bodensee Yachtclub allerdings wiederhergestellt.

Auch am Sonntag zeigte sich die Windvorhersage wieder außergewöhnlich zutreffend, allerdings negativ für uns, da es keinen Wind gab und der kleine Ausflug aufs Wasser um 13 Uhr ohne Erfolg abgebrochen wurde. Damit blieb das Ergebnis vom Samstag bestehen, was einen 19. Platz unter 26. Booten für uns bedeutet. Für die IDM also noch etwas Luft nach oben.

Am Nationalfeiertag trafen wir uns wieder und fuhren mit unserer J/70 nach Friedrichshafen, um die organisatorischen Hürden Segelvermessung, Safety-Check usw. zu absolvieren. Den Nachmittag nutzten wir dann bei schwachem Wind noch, um weiter an unseren Manövern zu arbeiten und das Crew-Zusammenspiel zu verbessern. Durch einige Vergleichsfahrten mit anderen Teams optimierten wir auch noch etwas unseren Bootsspeed und notierten gute Settings.

Am Donnerstag starteten dann die eigentlichen Wettfahrten, welche bis Sonntag andauern sollten. Da die Windprognose für Donnerstag gute Bedingungen mit 2-3 Windstärken aus Nordost und wenig bis keinen Wind für die kommenden Tage vorhersagten, war es das Ziel der Wettfahrtleitung, an diesem Tag bereits die vier für die Titelvergabe notwendigen Wettfahrten durchzuziehen. Die Windprognose ließ uns mal wieder nicht im Stich und es konnte pünktlich um 11 Uhr eine Wettfahrt bei 2 Windstärken aus Nordost gestartet werden. Diese beendeten wir als 20., womit wir angesichts der namhaften angereisten Segler aus ganz Deutschland durchaus zufrieden waren. In der zweiten Wettfahrt gingen wir mit ähnlicher Platzierung auf den letzten Gennaker-Schlag. Nach dem Zieldurchgang der ersten drei Boote stellte der Nordost allerdings schlagartig ab und ein Südwind setzte ein. Dadurch blieben wir in der Transitionszone stecken und die Boote von hinten fuhren unter Gennaker auf. Durch unsere Platzierung auf der rechten Seite und einem Linksdreher des einsetzenden Windes rutschten uns deshalb ärgerlicherweise ca. 15 Boote durch. Nach dem neuen Legen des Kurses startete die dritte Wettfahrt, bei welcher wir trotz mittelmäßigem Start auf der rechten Kreuzseite gut fuhren und ca. 15 an der Luvtonne waren. Für die zweite Kreuz also wieder rechts raus und weiter aufholen, was uns mit einem 5. Platz an der Luvtonne gelang. Durch einen Gybe-Set konnten wir noch zwei Boote überholen und segelten als 3. aufs Ziel, als 100m vor demselben mal wieder der Schalter umgelegt wurde: Südwind aus, böiger Nordostwind mit 3-4 Windstärken an. Die Wettfahrtleitung reagierte und brach die Wettfahrt ab, was äußerst ärgerlich für uns war. Die nächste Wettfahrt beendeten wir leider nur als 33. Boot. Also nochmal richtig Gas geben, was wir mit einem aggressiven Start direkt umsetzten. Zwei gute Kreuzen über die linke Seite verhalfen uns auf den 8. Platz im Ziel. Der Blick im Hafen auf die Ergebnisliste zerstörte dann allerdings direkt die gute Stimmung: UFD (=Frühstart) in der letzten Wettfahrt. Mit diesem in der Wertung stand dann leider nur der 41. Platz unter 52. Booten. Also hoffen auf die nächsten Tage, um den Frühstart zu streichen.

Am Freitag war es morgens herbstlich neblig und daher auch komplett windstill. Es dauerte lange bis der Nebel sich verzog und nachmittags um 14 Uhr leichter Südwind aufkam. Die Wettfahrtleitung schickte uns aufs Wasser, allerdings war der Wind dann doch sehr unbeständig, wodurch kein Kurs gelegt werden konnte. Um 16 Uhr war dann also Schluss für heute mit dem Segelsport. Dafür ging es Abends zum Gala-Dinner der Meisterschaft ins Dornier-Museum. Dieses machte seinem Namen alle Ehre. Mit hervorragendem Essen und guter musikalischer Begleitung hatten wir in dieser einzigartigen Atmosphäre zwischen alten Flugzeugen einen herausragenden Abend.

Nach diesem tollen Abend verlangte das Wetter Gott sei Dank nicht wieder sofort sportliche Höchstleistung von uns, sondern mal wieder Geduld. Ähnlich zum Vortag war es wieder neblig und lange bewölkt, was Wind verhinderte. Wir vertrieben uns zwangsweise die Zeit mit Speedminton und Mini-Golf. Leider half uns unser Erfolg dabei nicht für die Wertung der Meisterschaft.

Also nochmal alle Hoffnung auf den Sonntag setzen, wofür die Startbereitschaft auf 9 Uhr vorverlegt wurde. Nach drei Stunden Warten an Land und spiegelglattem See, war aber klar, dass es leider keine weitere mehr Wettfahrt geben würde. Wir müssen uns daher mit unserem 41. Platz begnügen und schauen schon motiviert auf die neuen Saison 2019. Die gemeinsamen Regatten haben uns dennoch wieder sehr viel Spaß gemacht und ein Applaus für den Württembergischen Yachtclub für eine hervorragende Organisation dieser Meisterschaft.

Vielen Dank an den WVF für die Unterstützung unserer Regatta-Aktivität und insbesondere Thomas für die Vorbereitung und Betreuung.