J/70 DSBL-Pokal Glücksburg – WVF Team auf Rang 23

Bericht J/70 DSBL-Pokal Glücksburg

13.-15.10.2017

Mit der J/70-Regatta in Kreuzlingen, die als zweiter Lauf dieser Saison in die Regionalliga Süd zählte, lösten wir das Qualifikationsticket für den dieses Jahr das erste Mal ausgetragenen Deutschen Segelliga-Pokal in Glücksburg. Bei diesem treten die zwei besten Teams der 1. und 2. Bundesliga, die Absteiger der 2. Bundesliga, die Gewinner der vier Juniorenligen, sowie die 10 besten Regionalliga-Teams aus jeder Region gegeneinander an. Die zwei besten Teams, die noch nicht in der Liga vertreten sind, qualifizieren sich für die 2. Bundesliga.

Im Kreise der motivierten J/70-Regattasegler im WVF fanden wir uns daher als Mannschaft zusammen: Heiko am Steuer, Benni als Taktiker, Patrick als Fock-/Gennaker-Trimmer und Jakob auf dem Vorschiff. Leider hatten wir aufgrund der Tatsache, dass Heiko in Köln und Patrick in Karlsruhe wohnt keine Gelegenheit in genau dieser Konstellation zusammen zu trainieren. Wir nutzten aber zumindest mit einem Teil der Crew das letzte J/70 Battle in Überlingen als Vorbereitung.

Am Donnerstag stand die lange Anreise auf dem Programm. Dankenswerterweise stellten uns Patrick’s Eltern ihr Auto zur Verfügung, in dem wir mit unseren ganzen Segelsachen auch bequem durch die gesamte Republik kamen. Benni und Jakob fuhren morgens früh am See los und sammelten Patrick in Karlsruhe auf. Heiko stoß auf der Autobahn bei Kassel zu uns. Nach fast 1000 km Anfahrt kamen wir dann kurz vor 20 Uhr abends in Glücksburg bei der Hanseatischen Yachtschule des DHH an, wo wir während des Pokals ein Zimmer und sehr leckere Verpflegung hatten. Abends ging es dann noch nach Flensburg zum Abendessen und in eine Karaoke-Bar. Erste Erfahrung des Trips: auch im hohen Norden bringt man mit Hulapalu die Bude zum beben.  

Da der Pokal entgegen der ursprünglichen Planung auf Samstag und Sonntag verkürzt wurde, stand der Freitag noch zum Trainieren für die Teams zur Verfügung. Wir nutzten unseren 90 min Trainingsslot um uns noch aufeinander abzustimmen und unsere Manöver zu optimieren. Nachmittags waren dann noch die Anmeldung und abends die Steuermannsbesprechung mit allen Teams. Danach ging es relativ früh ins Bett, da der erste Start am Samstag auf 9:00 Uhr angesetzt war und die Windprognose guten Druck vorhersagte.

Der erste Wettfahrttag erwartete uns schon morgens mit 4 Windstärken Grundwind und in Böen 5 bis 6. Ideale Bedingungen für eine aufregende J/70-Regatta mit geilen Surf auf dem Downwind. Unsere erste Wettfahrt war gleich die zweite des Tages. Da die Crews direkt auf dem Wasser getauscht wurden, fuhren wir immer mit dem Motorboot-Shuttle aufs Wasser und nach dem Rennen zurück an Land. Also auf dem Motorboot nochmal kurz die Bedingungen gecheckt, einen taktischen Plan überlegt und dann direkt aufs Boot. Nach wenigen Minuten Zeit das Boot auf eventuelle Schäden zu kontrollieren wurde dann direkt die Wettfahrt angeschossen, welche etwa 15 min geht.

Direkt bei unserer ersten Wettfahrt lief’s wie am Schnürchen. Guter Start am Startschiff, raus auf die rechte Seite und als 2. um die erste Luvtonne. Danach nach hinten verteidigen. Am Ende stand ein dritter Platz. Ausgezeichnet für den ersten Lauf. Trotz aller Freude, kam die Erinnerung an Kreuzlingen auf. Dort hatten wir nach einem super ersten Lauf auch hohe Erwartungen und mussten danach etwas Federn lassen. Also erstmal realistisch bleiben und weiterhin Konzentration.

Prompt hatten wir in unserem zweiten Lauf am Start eine Protestsituation mit einem Boot in Lee und die Schiedsrichter, die direkt auf dem Wasser entscheiden, zeigten uns die rote Flagge, so dass wir kringeln mussten. Wir blieben aber dran und beendeten den Lauf auf dem 6. Rang.

In der dritten Wettfahrt erwischte es uns dann richtig Dicke. Schon am Start hatten wir Probleme mit dem Boot, bei welchem sich die Fock nicht richtig ausrollte. Damit fuhren wir weniger Höhe und mussten dem Feld hinterhersegeln. Zu allem Überfluss passierte uns auch noch ein Sonnenschuss auf dem Downwind. Wenn’s mal schlecht läuft, dann aber richtig. Der resultierende 9. Rang holte uns dann auf dem Boden der Tatsachen zurück. 

Die restlichen Wettfahrten des Tages klassierten wir uns auf den mittleren Rängen. Neben zwei 4. Plätzen, hatten wir auch zwei 7. und leider einen 8. Platz. Generell waren wir aber meistens am Rest des Feldes (mit Ausnahme von ein oder zwei Booten, die konkurrenzlos davonzogen) dran. Defizite bei den Manövern und mangelnde taktische Erfahrung auf dem Downwind mit dem Gennaker verhinderten meist bessere Platzierungen. Am Ende des ersten Tages standen wir auf dem 17. Platz. Damit waren wir sehr zufrieden und lagen über unseren Erwartungen.

Am Sonntagmorgen bei Ankunft am Hafen fanden wir Nebel und mit ca. 2 Windstärken deutlich weniger Wind vor. In unserer ersten Tageswettfahrt hatten wir leider einen Penalty auf dem ersten Downwind, der uns auf dem 9. Platz durchreichte. In der zweiten Wettfahrt liefs mit einem 6.Platz deutlich besser. Ärgerlich nur, dass durch eine verpatzte Halse kurz vor dem Ziel noch ein Boot durchrutschte.  

Gegen Nachmittag verzog sich langsam der Nebel und es wurde sonniges warmes Wetter. Leider Wurde dadurch der Wind auch löchriger und sehr drehend. Dies waren eindeutig nicht unsere Bedingungen. Zwei 8. Plätze und ein 7. zum Abschluss bezeugen dies. Bei weniger Wind spielt das Crewzusammenspiel, insbesondere bei den Wenden und Halsen, eine noch größere Rolle. Hier machte sich dann einfach unsere mangelnde Trainingszeit bemerkbar. Durch die Platzierungen in der zweiten Hälfte des Feldes an diesem zweiten Tag, wurden wir dann auf den 23. Gesamtplatz zurückgereicht.

Insgesamt war der Pokal für uns eine sehr lehrreiche Veranstaltung. Wir konnten durchaus immer wieder unser Potenzial zeigen, aber leider fehlt es an Konstanz. Meistens waren wir sehr dicht am Rest des Feldes dran, sodass Kleinigkeiten im Bootshandling den Unterschied ausmachten. Mit mehr Training und einer besseren Planung in der nächsten Saison, sehen wir aber durchaus Potential, dass der WVF in naher Zukunft in der ersten Hälfte mitfahren kann. 

Bedanken möchten wir uns recht herzlich beim Verein, der uns durch die Übernahme der Kautionsbürgschaft die Teilnahme ermöglichte. 

Viele Grüße vom WVF Ligapokal-Team Heiko, Benni, Patrick und Jakob

Detailinfos zum Event: http://segelbundesliga.de/2017/10/15/flensburger-segel-club-gewinnt-dsl-pokal-auf-heimatrevier/